In Zukunft keine Ladepausen für E-Autos mehr?

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Bald ein Bild der Vergangenheit? Ein E-Auto an einer Ladestation.

Viele sehen vom Elektroauto ab, da sie sich nicht vorstellen können, auf Langstreckenfahrten ständig Halt zu machen, um die Batterie wieder mit Strom zu versorgen. Doch was wäre, wenn ein Elektroauto einfach während der Fahrt über den Asphalt aufladen würde? So wie wir es von unseren Smartphones kennen, die sich durch das Auflegen auf eine Ladefläche laden lassen. Würde sich das Auto während der Fahrt aufladen, könnte vielen Menschen die Entscheidung zum Umstieg auf Elektromobilität künftig leichter fallen.

Was nach Zukunftsmusik klingt, ist bereits ein aktueller Forschungsgegenstand: Ein deutsches Start-up-Unternehmen aus Bayern, die Magment GmbH aus Oberhachinger, stellt magnetischen Zement her. Dazu werden zermahlene Ferritkerne mit in den Zement verarbeitet und im Anschluss Kupferspulen und Stromkabel mit in den Untergrund eingegossen. Momentan ist das Unternehmen nur in der Logistik vertreten. Durch seine Lösungen werden bereits Stapler und Roboter drahtlos geladen.

Kann ein Ladekabel für E-Autos wirklich ersetzt werden?

Die Verantwortlichen bei Magment sind von ihrer Technik überzeugt: „Wir schaffen die gleichen Wirkungsgrade wie beim Laden mit Kabel, zwischen 90 und 94 Prozent der genutzten Energie kommen beim Fahrzeug an“, berichtet Geschäftsführer Mauricio Esguerra im Gespräch mit Munich Startup.

Das Problem: „Für das Laden eines E-Trucks oder Elektroautos während einer Fahrt müssten jedoch kilometerweise Kupferspulen verbaut werden“, schreibt Sarah Janczura auf Ingenieur.de. Sie bezieht sich dabei auf Studienergebnisse des Fraunhofer ISI. Das Institut für System- und Innovationsforschung hat in einer Studie nachgewiesen, dass sich aus wirtschaftlicher Sicht ein großflächiger Ausbau des magnetischen Betons nicht lohnen würde. Als alternative Lösung werden elektrische Oberleitungen für Hybrid-LKW vorgeschlagen. Elektrische Oberleitungen wurden bereits an mehreren Standorten testweise eingeführt, unter anderem an der A5 in Hessen.

Hohe Kosten verhindern größeren Einsatz

Elektrische Oberleitungen und die Umbaumaßnahmen an den Lkw und Pkw sind durchaus eine denkbare Lösung, um den Ausstoß von CO2 zu reduzieren. Das kabellose Laden mobiler Geräte während der Fahrt wäre ein großer Fortschritt und könnte in der Zukunft bestimmt häufiger im Alltag auftauchen. Aktuell ist es aufgrund der hohen Kosten eher eine gute Lösung für Orte, an denen sich die Fahrzeuge nur auf bestimmten Strecken aufhalten, zum Beispiel in der Logistik oder in Firmen, wo Roboter im Einsatz sind.

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