Elektroautos verheißen eine schöne, neue Welt: keine Umweltverschmutzung mehr, kein Abgasgestank, kein Lärm – und der notwendige „Kraftstoff“ kommt günstig aus der heimischen Steckdose. Doch die E-Revolution hat auch ihre Schattenseiten. Denn wie eine neue Studie enthüllt, wird mit der zunehmenden Elektrifizierung unserer Straßen die Zahl der Jobs sinken. So zumindest hat es das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) berechnet.

Die Forschungseinrichtung untersucht im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeit, wie sich bestimmte Entwicklungen auf den Stellenmarkt auswirken. Mit Bezug auf die Elektromobilität sieht die Zukunft laut IAB düster aus. Demnach wird „langfristig mit einem niedrigeren Bruttoinlandsprodukts- und Beschäftigungsniveau gerechnet.“ Bis 2035 sei mit einem Verlust von knapp 114.000 Arbeitsplätzen zu rechnen.

Folgen auch für die Werkstatt

Das IAB geht dabei noch von einer sehr moderaten Entwicklung in der Autobranche aus. Als Grundlage für ihr Szenario legen die Studienmacher einen Elektroanteil von gerade einmal 23 Prozent bis 2035 zugrunde. Sprich, falls das E-Auto ein echter Kassenschlager wird, ist „mit deutlich höheren Wachstums- und Beschäftigungseffekten“ zu rechnen, also stärkeren Jobverlusten.

Die Studie fokussiert vor allem auf die Zulieferbranche, dabei wird sich die Elektromobilität auch gravierend auf die Werkstätten und den Teilehandel auswirken. Mit dem Wegfall des Verbrennungsmotors werden unzählige Ersatzteile sowie Reparaturen nicht mehr benötigt. Gleichzeitig müssen sich Kfz-Mechaniker auf neue Herausforderungen im Werkstattalltag einstellen.

Wie drastisch mögliche Jobverluste ausfallen, wird entscheidend davon abhängen, wie schnell und wie erfolgreich sich E-Autos am Markt durchsetzen können. Aktuell bedienen die Elektroflitzer noch eine Nische für Kunden mit Umweltbewusstsein und dickem Portemonnaie. Doch selbst die Autobauer scheinen nicht mehr an den Verbrennungsmotor zu glauben: VW will ab 2026 keine weiteren Benziner entwickeln. Damit könnte der Jobkahlschlag nur noch eine Frage von Jahren sein.