Wie sich Tesla in Deutschland etabliert

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Ein Bild mit Zukunft? Auto an der Tesla-Ladestation.
Ein Bild mit Zukunft? Auto an der Tesla-Ladestation.

Noch immer wird das Elektroauto-Unternehmen Tesla von vielen hierzulande belächelt. Das mag vor allem an seinem Besitzer Elon Musk liegen, einem Milliardär, der sich mit seinen öffentlichkeitswirksamen Auftritten stark von den biederen Automanagern aus Deutschland abhebt.

Das mag aber auch an den Verkaufszahlen liegen: Die steigen zwar jährlich, aber Tesla spielt immer noch in einer anderen Liga als etwa VW. So verkaufte der E-Pionier aus den USA im ersten Halbjahr 2020 rund 180.000 Autos weltweit. Das ist immer noch weniger als die Wolfsburger im Lockdown-Monat Februar absetzen konnten (270.100 Autos).

Los ging’s 2016

Doch wer Tesla ernsthaft beurteilen will, der muss genauer hingucken. Und da zeigt sich schnell: Die Kalifornier setzen sich langsam aber sicher in Deutschland fest.

Begonnen hatte das bereits 2016, als Elon Musk beschloss, den Maschinen- und Anlagenbauer Grohmann Engineering zu übernehmen. Das Unternehmen wurde zu Tesla Grohmann Automation umbenannt und produziert seitdem exklusiv für Tesla.

Die nächste Schubstufe folgte 2019: Tesla kündigte damals an, eine eigene Produktionsstätte in Deutschland realisieren zu wollen – und ließ mit einem Baustart in diesem Jahr auch zügig Taten folgen. „Die Gigafactory Berlin-Brandenburg wird die fortschrittlichste Serienproduktionsstätte für Elektrofahrzeuge der Welt sein“, so beschreibt das Unternehmen selbst seine ehrgeizigen Pläne für den Standort.

Nächste Tesla-Übernahme im Oktober 2020

Die Wachstumsvorhaben in Deutschland sind scheinbar noch nicht abgeschlossen: Jetzt hat das Bundeskartellamt grünes Licht für eine Fusion von Tesla mit dem Autozulieferer ATW gegeben. Die kleine Firma aus Rheinland-Pfalz entwickelt und fertigt Produktionsanlagen für die Automobilindustrie.

Tesla gliedert damit noch mehr deutsches Maschinenbau-Know-how in sein Unternehmen ein. Gleichzeitig polieren die Amerikaner auch ihr Image auf, denn ATW stand bereits kurz vor der Pleite. Während die bisherigen Kunden der Pfälzer, VW und BMW, anscheinend kein Interesse an einer Übernahme hatten, kann sich Tesla nun als Retter in letzter Sekunde feiern lassen.

Die neueste Übernahme zeigt, wie Tesla seine Position in Deutschland nach und nach ausbaut. Und der Coup mit ATW war sicher nicht das letzte Ass im Ärmel von Elon Musk.

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