Einem einfachen Kleinwagen den satten Sound eines Ferrari oder Lamborghini verpassen? Bislang war das kein Problem – dank Soundgeneratoren. Sie können aus jedem Fahrzeug akustisch eine echte Rennmaschine machen, ohne aufwendige Umbaumaßnahmen am Motor vorzunehmen. Die Geräte werden einfach unter dem Fahrzeug am Auspuffrohr installiert. Dort erzeugen sie ein an die Last und Drehzahl des Motors angepasstes Geräusch.

Doch dem Einsatz der kleinen Soundmaschinen will das Verkehrsministerium jetzt einen Riegel vorschieben. Mit der jüngsten Bekanntmachung wurden Soundgeneratoren verboten, da sie gegen die Paragraphen 30 und 55 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung verstoßen. Darin heißt es unter anderem: „Fahrzeuge müssen so gebaut und ausgerüstet sein, dass ihr verkehrsüblicher Betrieb niemanden schädigt oder mehr als unvermeidbar gefährdet, behindert oder belästigt.“

Verbaute Generatoren ebenfalls im Fokus
Die Verkehrsexperten in Berlin nehmen aber nicht nur nachträglich eingebaute Soundgeneratoren ins Visier. Auch Fahrzeuge, die bereits ab Werk über einen Geräuschverstärker oder über eine sogenannte Klappentechnik verfügen, sind ihnen ein Dorn im Auge. Bei letzteren ist „im Endschalldämpfer eine Klappe integriert, die geöffnet und geschlossen werden kann“, wie das Online-Portal klappenauspuffanlage.de erläutert. Der Effekt ist derselbe wie bei den Generatoren: Der Sound wird satter und markanter.

Hier konnte bislang mit Umbauten die Lautstärke noch nach oben gedreht werden. Damit soll nun Schluss sein: Eine Nachrüstung, so das Verkehrsministerium, sei nur erlaubt, wenn „das Geräuschniveau des umgerüsteten Fahrzeugs nicht höher ist, als das Geräuschniveau des genehmigten, serienmäßigen Fahrzeugs unter identischen Bedingungen“.

Auto-Posern den Spaß verderben
Die neue Regelung zielt vor allem auf hochmotorisierte Fahrzeuge und sogenannte Auto-Poser ab, die mit ihren getunten Flitzern den Ärger von Anwohnern und den Unmut der Polizei auf sich ziehen. Die geht entsprechend immer stärker gegen die Szene vor. Das prominenteste „Opfer“ ist wohl Ex-Fußballprofi Tim Wiese: Die Hamburger Polizei beschlagnahmte Ende 2017 seinen Lamborghini, da er bis zu 139 Dezibel laut war – bei erlaubten 88, berichtet die Autozeitung.

Spätestens mit der Umsetzung der neuen EU-Richtlinie ist mit dem „Brumm-Brumm“ bei Fahrzeugen sowieso Schluss. Bis 2024 wird die Dezibel-Höchstgrenze bei Neuwagen schrittweise auf 68 bis 72 gesenkt (je nach Motorisierung). Dann sorgt nicht mehr der Auspuff, sondern die Autohupe für das lauteste Geräusch auf deutschen Straßen.