2022 werden viele Fahrassistenten Pflicht: mehr Sicherheit oder Gängelung?

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Fahrassistenten sollen künftig in jedem Neuwagen eingebaut sein.
Fahrassistenten sollen künftig in jedem Neuwagen eingebaut sein.

Schneller als erlaubt fahren? Alkoholisiert ins Auto steigen? Demnächst soll das nicht mehr möglich sein. So sieht zumindest der Plan der EU-Kommission aus. Die hat jetzt nämlich beschlossen, dass ab 2022 zahlreiche Sicherheitsassistenten serienmäßig in neuen Autos verbaut werden müssen.

Gemeint sind damit Programme, die zum Beispiel die Autogeschwindigkeit herunterregeln, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu lange überschritten wird. Aber auch Systeme, die den toten Winkel bei LKW verringern oder ein Starten des Autos verhindern, falls der Fahrer Alkohol getrunken hat. Insgesamt rund 30 Fahrhilfen sollen künftig in PKW, LKW und Bussen verpflichtend eingebaut werden.

Eine Wirkung wie bei Einführung der Anschnallgurte?

„Mit den neuen erweiterten Sicherheitsmerkmalen, die wir nun verbindlich einführen, werden wir eine ähnlich große Wirkung erzielen wie seinerzeit mit der Einführung der ersten Sicherheitsgurte“, ist Elżbieta Bieńkowska, die unter anderem für die Industrie verantwortliche EU-Kommissarin, überzeugt. „Viele der neuen Funktionen gibt es schon heute, vor allem aber in Fahrzeugen der Luxusklasse. Jetzt erhöhen wir das Sicherheitsniveau generell für alle Kraftfahrzeuge und ebnen den Weg für die vernetzte und automatisierte Mobilität der Zukunft.“

Jedes Jahr verlieren auf unseren Straßen 25.000 Menschen ihr Leben.

EU-Kommissarin Elżbieta Bieńkowska

Ziel der EU ist es, mit diesen Maßnahmen die Zahl der Verkehrstoten signifikant zu reduzieren. „Jedes Jahr verlieren auf unseren Straßen 25.000 Menschen ihr Leben. Die meisten dieser Unfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. Dies können und müssen wir ändern“, so Bieńkowska. Bis 2050 soll dank der Fahrassistenten die Zahl der tödlichen Unfälle im Straßenverkehr auf nahezu Null sinken.

Alternative Wege

Ein ehrgeiziges Ziel, das sich vermutlich nur durch mehr Technik erreichen lässt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob es stattdessen nicht auch möglich wäre, die Auto- und LKW-Fahrer stärker für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren und auf diesem Wege eine Reduzierung der Unfallzahlen anzustreben. Oder den Druck durch höhere Strafen zu erhöhen. Denn was bringt die schönste Technik, wenn der Mensch ihren Sinn nicht versteht bzw. nicht akzeptieren will, weil er sich entmündigt fühlt?

Zudem stärken solche Vorhaben die Ansicht vieler Menschen, dass sich Brüssel immer mehr in das Privatleben der Bürger einmischt und mit immer neuen Regeln, die persönlichen Freiheiten weiter einschränkt. So könnte die gute Absicht, die hinter der Einführung der Fahrassistenten steht, schnell vergessen sein.

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