Bremsflüssigkeit für Elektroautos: Warum herkömmliche Flüssigkeiten nicht ausreichen

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Elektroautos haben höhere Anforderungen an Bremsflüssigkeiten

In Elektroautos gibt es zahlreiche Unterschiede zu konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren – einschließlich der Bremsanlage. Dabei ist die Bremsflüssigkeit eine entscheidende Komponente.

Die Funktion der Bremsflüssigkeit im Bremssystem eines Fahrzeugs

Bremsflüssigkeit ist eine hygroskopische Flüssigkeit, die in den Bremsleitungen eines Fahrzeugs zirkuliert. Sie überträgt den Druck, der durch das Betätigen des Bremspedals erzeugt wird, auf die Bremsen und hilft dabei, das Fahrzeug zu verlangsamen oder anzuhalten. Bremsflüssigkeit hat auch eine wichtige Rolle bei der Schmierung der Bremskomponenten und beim Schutz vor Korrosion.

Im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor haben Elektroautos laut Auto Bild ein höheres Anforderungsprofil an die Bremsflüssigkeit. Die Bremssysteme von Elektroautos sind aus verschiedenen Gründen anspruchsvoller.

Punktuelle Korrosion durch Wasseransammlungen

Der Bremskreislauf eines Elektroautos ist aufgrund der Rekuperationstechnik anfälliger für Rostbefall als bei konventionellen Verbrennungsmotoren. Bei der Rekuperation wird die kinetische Energie des Fahrzeugs beim Bremsen in elektrische Energie umgewandelt, wodurch die normale Bremsanlage entlastet wird. Dadurch wird die Bremsflüssigkeit seltener in Bewegung gehalten.

Im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren verhindert dies, dass das aufgenommene Wasser sich vollständig mit dem Volumen der Bremsflüssigkeit vermischt. Das führt dazu, dass die Flüssigkeit an einigen Stellen eine punktuelle Korrosion verursacht. Die dadurch entstandenen Unebenheiten in den Bremsleitungen und ABS-Steuergeräten können zu Undichtigkeiten und einem Verlust von Bremsflüssigkeit führen. Spezielle Bremsflüssigkeiten für Elektroautos verlangsamen durch Additive den Korrosionsprozess erheblich.

Extreme Temperaturen beim Bremsvorgang

Elektro- und Hybridfahrzeuge benötigen aufgrund ihrer schweren Batterien und der schnellen Beschleunigung in bestimmten Situationen eine höhere Bremsleistung. Obwohl die konventionelle Bremse im Regelbetrieb kaum zum Einsatz kommt und regeneratives Bremsen ausreicht, ist sie bei Notbremsungen oder vollständig aufgeladener Batterie gefordert. Eine niedrige Viskosität der E-Bremsflüssigkeiten sorgt für eine schnelle Übertragung der Bremsimpulse.

Um extremen Temperaturen beim Bremsvorgang gerecht zu werden, haben Bremsflüssigkeiten für Elektroautos einen hohen Trockensiedepunkt (neuwertig ohne Wasser) sowie einen erhöhten Nasssiedepunkt (gealterte Bremsflüssigkeit mit aufgenommenem Wasser). Der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit liegt zwischen 180 und 270 Grad Celsius. Ein hoher Nasssiedepunkt ist besonders wichtig, da er die Dampfblasenbildung verhindert, die zum Bremsausfall führen kann.

Elektrolytische Zersetzung der Bremsflüssigkeit

Eine weitere entscheidende Eigenschaft der Bremsflüssigkeit für Elektroautos ist ihre geringe elektrische Leitfähigkeit. Elektroautos haben eine hohe Spannung von bis zu 400 oder sogar 800 Volt in ihren Leitungen. Wenn diese Leitungen in unmittelbarer Nähe von Bremskomponenten verlaufen, kann dies zu Problemen führen.

Durch die erzeugten Magnetfelder kann es dazu kommen, dass die Bremsflüssigkeit durch Elektrolyse zersetzt wird. Zudem kann die elektrochemische Korrosion verstärkt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Leitfähigkeit der Bremsflüssigkeit für Elektroautos möglichst gering zu halten.

Die richtige Wahl der Bremsflüssigkeit für Elektroautos

Nahezu alle Elektroautos werden derzeit noch mit herkömmlicher Bremsflüssigkeit ausgestattet, wenn sie aus der Fabrik kommen. Aus diesem Grund sollten Fahrer von Elektroautos bei Werkstattbesuchen oder Inspektionsterminen gezielt danach fragen, welche Art von Bremsflüssigkeit verwendet wird. Für eine zuverlässige Bremsflüssigkeit für Elektroautos, fragen Sie nach febi Bremsflüssigkeit DOT 5.1 EHV.