Gleitringdichtung der Wasserpumpe – kleines Teil mit großer Bedeutung

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Wasserpumpe von febi
Wasserpumpe von febi

Moderne Nutzfahrzeugmotoren müssen effizient arbeiten. Mehr Leistung und weniger Emissionen ist die Devise. Konstruktiv kommt man jedoch an die Grenze der Leistungsfähigkeit der verwendeten Werkstoffe. Drücke und Temperaturen im Motor erreichen hohe Werte. Dementsprechend müssen die modernen Motoren effizienter abgekühlt werden. Diese Aufgabe übernimmt das Kühlsystem, vor allem die Wasserpumpe.

Das neben dem Lagerpaket wichtigste und sensibelste Bauteil ist zugleich auch das Kleinste. Die Rede ist von der Gleitringdichtung, die von außen nicht zu erkennen ist, deren filigrane Technik aber nähere Betrachtung verdient. Die Gleitringdichtung sitzt an der Wasserpumpenwelle und dient als Dichtung zwischen Wasserpumpenlager und Kühlflüssigkeit.

Aufbau Gleitringdichtung
Aufbau der Gleitringdichtung

Qualitative Unterschiede
Sie besteht aus vielen Teilen, manche davon sind rotierende, manche stehende. Die Abdichtung wird durch das Gleiten der Dichtflächen beider Ringe (Gleit- und Gegenring) gegeneinander unter dem Druck einer Feder sichergestellt. Die Gleitringpaarungen bestehen aus hochwertigen und verschleißfesten Materialen, zum Beispiel Silizium, Graphit oder Keramik. Wird hier an den Materialen gespart, ist die Lebenserwartung der Gleitringdichtung deutlich geringer. Dies ist auch ein Grund dafür, warum Wasserpumpen äußerlich zwar ähnlich, qualitativ jedoch sehr unterschiedlich sein können.

Um die dauerhafte Funktion der Gleitringdichtung über die gesamte Lebensdauer zu gewährleisten, ist eine konstante Schmierung und Kühlung zwischen beiden Ringen notwendig. Dies erfolgt über einen Schmierfilm, der sich beim Drehen zwischen den beiden Gleitringpaaren bildet. Dieser Schmierfilm von 1-2 μm sollte immer da sein, damit die Reibung reduziert wird und entstehende Wärme abgeleitet werden kann.

Leckage kann normal sein
Es ist normal, dass eine gewisse Leckagemenge zwischen Gleitring und Gegenring austritt. Doch ist diese sehr klein und kann noch in der Pumpe verdunsten. Es kann zum Teil auch Kühlflüssigkeit in den Freiraum hinter der Gleitringdichtung gelangen und an der Drainagebohrung austreten. Dies ist in kleineren Mengen, besonders nach der Erstmontage, normal und stellt keinen Reklamationsgrund dar. Einige Pumpen werden mit kleinen Verdunstungsbehältern versehen, in dem die austretende Kühlflüssigkeit gesammelt und in der Pumpe gehalten wird, bis die Flüssigkeit verdunstet ist.

Ein dauerhafter Kühlwasseraustritt an der Leckagebohrung ist hingegen ein Zeichen für eine defekte Gleitringdichtung und somit eine undichte Wasserpumpe.

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