Zu Fuß gehen muss die Hölle sein: „Wer läuft, hat in Deutschland oft unter Abgasen, Lärm und Enge zu leiden und ist stark unfallgefährdet.“ So beschreibt es das Umweltbundesamt (UBA) in seiner jüngsten Pressemitteilung. Um das zu ändern, will die Behörde die Fußgänger künftig stärker fördern.

Dazu nennt das UBA konkrete Maßnahmen und fordert etwa die „Einführung der Regelgeschwindigkeit Tempo 30 innerorts“. Aber auch den Parkplätzen will man an den Kragen: Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zufolge sollen langfristig zwei Drittel aller Parkplätze in deutschen Städten wegfallen.

Fahrradwege statt Parkplätze
Pro Einwohner sollen künftig nicht mehr 4,5 Quadratmeter Fläche für Parkraum zur Verfügung stehen, sondern nur noch 1,5. Die neu gewonnene Fläche soll unter anderem für breite Fußwege, neue Fahrradwege und Grünflächen genutzt werden, so das UBA in seiner „Fußverkehrsstrategie“.

Voraussetzung ist natürlich, dass sich die Zahl an Autos in den Städten deutlich reduziert. Doch die wächst eher statt zu schrumpfen. Aktuell sind rund 64 Millionen Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Um die ehrgeizigen Ziele des Umweltbundesamts zu erreichen, müssten sehr viele Menschen in absehbarer Zeit auf ihren fahrbaren Untersatz verzichten. Doch wie soll das erreicht werden, wenn gleichzeitig immer mehr Arbeitnehmer immer längere Strecken pendeln? So ehrbar die Ziele des UBA sind, so schwierig dürfte es sein, sie mit der Realität des Wirtschaftsstandorts Deutschland in Einklang zu bringen.

Umdenken bei der Kurzstrecke
Letztlich müssen auch jeder Autofahrer und jede Autofahrerin umdenken. Denn bei einem guten Viertel aller Touren mit dem Auto wird nur eine Strecke von maximal zwei Kilometern zurückgelegt. Hier sollte jeder selbst kritisch überlegen, ob sich eine solche Distanz nicht ebenso gut für einen kurzen Spaziergang anbietet.