Vor einigen Wochen berichteten wir über die Chancen und Entwicklungen autonomer PKW im Straßenverkehr. Deutlich schneller vollzieht sich diese Entwicklung derzeit im Nutzfahrzeugsektor.

Nach der ersten autonomen LKW-Fahrt auf einem gesperrten Teilstück der A14 bei Magdeburg im vergangenen Juli haben die Entwickler von Daimler das für den Mercedes-Benz Future Truck entwickelte System auf das schwere US-Serienmodell Freightliner Cascada Evolution übertragen.

Der „Freightliner Inspiration Truck“ hat mit Highway-Pilot-Technologie, bestehend aus Frontradar, Stereokamera, Assistenzsystemen und Abstands-Regeltempomat, das nötige Rüstzeug zum selbstständigen Fahren. Nach 16.000 absolvierten Kilometern auf der Teststrecke in Papenburg bewegte sich der LKW nun auf seiner Weltpremiere die kurvenreiche Straße zum bekannten Hoover-Dam bei Las Vegas hinunter – eine medial perfekte Inszenierung. Nevada ist einer von fünf amerikanischen Bundesstaaten, in denen autonomes Fahren bereits erlaubt ist.

Und in Deutschland? Ab 2025 sollen LKW auch bei uns autonom fahren dürfen und dazu beitragen, dass Straßenunfälle reduziert sowie Betriebskosten gesenkt werden. Daimler Trucks arbeitet mit Hochdruck daran, die Technologie zur Serienreife zu bringen. 90 % der LKW-Unfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. Dabei ist autonomes Fahren keineswegs darauf ausgelegt, auf den Fahrer zu verzichten. Er soll aufmerksamer bleiben und sich besser konzentrieren können, indem er Zeit für weniger monotone Nebentätigkeiten gewinnt.

Auf der Langstrecke soll zudem eine Kraftstoffeinsparung von bis zu sieben 7 % möglich sein – ein zündendes Argument für das Fahren wie von Geisterhand?