Lkw-Verband fordert mehr Sicherheit – für Radfahrer

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Rad und Lkw im Straßenverkehr: Verbände wollen mehr Sicherheit.
Rad und Lkw im Straßenverkehr: Verbände wollen mehr Sicherheit.

Die Gegensätze könnten im Straßenverkehr kaum größer sein: hier das Fahrrad, dort der 40-Tonner. Wenn sie sich in die Quere kommen, gibt es immer nur einen Verlierer: das Zweirad.

Wenn dann, wie in dieser Woche geschehen, der ADFC, Stimme der Radfahrer in Deutschland, und die Lkw-Lobby in Form des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) aufeinandertreffen, klingt das nach David gegen Goliath. Doch weit gefehlt, denn die beiden Verbände verfolgen ein gemeinsames Ziel: weniger Verkehrstote auf unseren Straßen.

Schwere Unfälle werden begünstigt

Aktuell sterben jedes Jahr rund 30 bis 40 Radler, weil sie von abbiegenden Brummifahrern übersehen werden, so Burkhard Stork. Der Grund liegt für den ADFC-Bundesgeschäftsführer auf der Hand: „Die Art, wie Kreuzungen in Deutschland gestaltet sind, begünstigt schwerste Unfälle. Wenn an der Ampel Lkw und Rad direkt nebeneinander stehen und gleichzeitig Grün bekommen, ist höchste Gefahr im Verzug.“ Er sieht die Behörden in der Pflicht: „Kommunen dürfen diese Gefahr nicht weiter ignorieren, sondern müssen gefährliche Knotenpunkte identifizieren und sofort entschärfen.“

Für dieses Anliegen haben sich ADFC und BGL zusammengetan, denn auch die Menschen hinter dem Steuer eines Lkw würden profitieren: Man wolle „die Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer vor den traumatischen Folgen schützen“, die ein Unfall nach sich ziehe, betont BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt.

Getrennte Ampelphasen

Die Verbände haben mehrere Forderungen aufgestellt, um die Unfallzahlen langfristig nach unten zu schrauben. So sollen Umbaumaßnahmen, etwa „aufgepflasterte Schutzinseln und deutlich vorgezogene Haltelinien“ die Radfahrer besser schützen. Zudem sollen die Ampelphasen getrennt werden: Haben die Radfahrer Grün, müssen die Lkw halten und umgekehrt.

Eine zentrale Rolle spielt zudem die Technik: „Der verpflichtende Einbau von Lkw-Abbiegeassistenten muss schnellstmöglich umgesetzt werden. Bis die europaweite Pflicht greift, müssen Kommunen ihre Fuhrparks freiwillig mit Abbiegeassistenten aus- beziehungsweise nachrüsten. Auch an Transportunternehmen geht der Appell, Lkw-Flotten mit Abbiegeassistenten nachzurüsten“, heißt es im gemeinsamen Papier von ADFC und BGL.

Die Zeit drängt: Allein im Jahr 2020 sind bereits sechs Radfahrer bei der Kollision mit abbiegenden Lkw gestorben.

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