Es passiert täglich auf deutschen Straßen: Ein LKW biegt ab und übersieht dabei einen Fahrradfahrer oder Fußgänger im toten Winkel. Meist gehen solche Vorfälle gerade noch glimpflich aus. Oft aber auch nicht: Die Zeitung „Der Tagesspiegel“ berichtet von einem tödlichen Unfall pro Woch bundesweit.

Die Lösung wären sogenannte Abbiegeassistenten, wie sie etwa in modernen Daimler Trucks bereits eingebaut werden. Dabei erfassen Sensoren, ob sich im toten Winkel ein Objekt befindet, und warnen den Fahrer optisch und akustisch, falls eine Kollision droht. Doch bislang sind nur wenige Trucks mit einem Abbiegeassistenten ausgerüstet, die verpflichtende EU-weite Einführung folgt erst 2022. Anscheinend zu spät für die deutsche Politik. Deshalb hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer jetzt die „Aktion Abbiegeassistent“ ins Leben gerufen.

In dieser Woche traf er sich dazu mit Logistikunternehmen, Herstellern, Prüforganisationen, Verbänden, Autofahrer- und Radfahrerclubs sowie Vertretern der Polizei. Das gemeinsame Ziel: Das Bewusstsein für das Thema in der Öffentlichkeit zu schärfen und den Druck auf Unternehmen zu erhöhen, für die Trucks im Einsatz sind. „Zukünftig sollte kein Lkw mehr unterwegs sein, der nicht mit einem Abbiegeassistenten ausgerüstet ist“, betonte Scheuer.

Um ein erstes Zeichen zu setzen, will das Bundesverkehrsministerium mit gutem Beispiel vorangehen. „Bis 2019 werden wir die Nutzfahrzeuge unserer nachgeordneten Behörden mit Abbiegeassistenten ausrüsten“, so Scheuer. Den Anfang macht die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung mit über 260 Lkw. Erste Unternehmen sind ebenfalls bereits an Bord: Edeka, Aldi und DB Schenker und weitere verpflichten sich, ihre Flotten bereits vor 2022 mit dem Abbiegeassistenten auszustatten.

Unfälle werden sich damit nicht gänzlich verhindern lassen, doch es ist ein wichtiges Signal. Schließlich hat die Politik das Thema viel zu lang verschlafen.