Kleine Ursache, große Wirkung: Worauf es bei Lufttrocknerpatronen ankommt

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Eine febi Lufttrocknerpatrone in einem Lkw
Eine febi Lufttrocknerpatrone in einem Lkw

Fahrzeuge über 7,5t zulässigem Gesamtgewicht sind in der Regel mit Druckluftanlagen ausgestattet. Nicht nur die Bremsanlage, auch andere Systeme wie Luftfederung, Getriebesteuerung und auch die Einspritzung von AdBlue® im SCR-System können druckluftbetrieben sein.

Grundlage für eine einwandfrei arbeitende Druckluftanlage ist saubere und trockene Luft. Die Sauberkeit wird sichergestellt, indem der Luftpresser die gefilterte Luft aus dem Ansaugbereich des Motors verwendet. Allerdings enthält Luft auch Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf. Dieser würde in Druckluftanlagen zu Korrosion an funktionsrelevanten Bauteilen führen. Außerdem kann er sich als Flüssigkeit sammeln, bei kalten Temperaturen einfrieren und Ventile blockieren. Daher wird die Luft nach dem Verdichten einem Lufttrockner zugeführt. Dieser regelt den Druck und leitet die warme und feuchte Luft durch eine Lufttrocknerpatrone. Wie diese funktionieren, haben wir einem früheren Blogbeitrag erläutert.

Regeneration von Lufttrocknerpatronen

Hier wurde gerade die Lufttrocknerpatrone ausgebaut.

Wenn der Kompressor läuft, ist nach einer Betriebszeit von ca. drei bis fünf Minuten der größte Teil der Oberfläche des Granulats benetzt und es muss regeneriert werden. Dazu wird die Druckluftförderung des Kompressors unterbrochen und die Druckluft aus dem separaten Regenerationsluftbehälter in entgegengesetzter Richtung durch die Lufttrocknerpatrone geblasen. Der vom Trockenmittel aufgenommene Wasserdampf wird abgelöst, vom Luftstrom mitgerissen und mit der Regenerationsluft über einen Schalldämpfer ins Freie geleitet. Somit kann das Trockenmittel wieder Feuchtigkeit aufnehmen und der Kreislauf bis zur nächsten Regeneration beginnt von Neuem.

Gründe für einen Ausfall

Damit die Regeneration funktioniert, muss der erforderliche Systemdruck am Lufttrockner erreicht werden. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen der Kompressor den erforderlichen Systemdruck nur spät oder gar nicht aufbauen kann. Das kann an einem ungünstigen Fahrprofil (Kurzstrecke mit häufigen Motorstopps) oder an einem Defekt in der Druckluftanlage liegen. Letzterer kann verschiedene Ursachen, zum Beispiel:

  • ein defekter Bremszylinder,
  • ein undichte Schlauchkupplung an der Druckluftversorgung des Anhängers,
  • ein Riss an einem Luftfederbalg,
  • eine Blockade am Entlüftungsschlauch.

Wird der Systemdruck nicht erreicht, erhält die Steuereinheit keinen Impuls, die Lufttrocknerpatrone zu regenerieren.

Kleine Ursachen, große Wirkung

Ohne Regeneration steigt die Feuchtigkeit in der Lufttrocknerpatrone immer mehr an. Ist das Trockenmittel gesättigt, also dessen Oberfläche vollständig mit einer Feuchtigkeitsschicht bedeckt, kondensiert Wasser in der Lufttrocknerpatrone und flutet das Granulat. In der Folge dringen Feuchtigkeit und Kondenswasser weiter in das pneumatische System ein, wo es erhebliche Schäden anrichtet. Denn viele Komponenten wie Wegeventile, Bremszylinder und Getriebeteile sind aus Aluminium und Stahl gefertigt. Gelangt Wasser an diese Teile, ist Korrosion die Konsequenz. Bewegliche Bauteile wie elektromagnetische Ventile können blockieren.

Zermahlenes Granulat tritt aus.

Auch das Trockenmittel leidet: Durch den viel zu hohen Wasseranteil wird es sehr schwer und verklumpt. Durch die im Fahrbetrieb entstehenden Vibrationen sowie die Pulsationen des Kompressors wird das Granulat nach und förmlich zertrümmert und zu Pulver zermahlen. Der dabei entstehende feine Staub verlässt mit Kondenswasser gemischt die Lufttrocknerpatrone und verunreinigt das pneumatische System. Dieses Granulatmehl zerstört durch starken Abrieb alle mechanischen Pneumatik-Komponenten und blockiert die beweglichen Teile. Eine aufwändige Instandsetzung der kompletten Druckluftanlage und äußerst kostspielige Erneuerung aller defekten Komponenten ist die Folge.

So bleibt die Lufttrocknerpatrone funktionstüchtig

Um die einwandfreie Funktion des Lufttrockners sicherzustellen, beachten Sie unbedingt folgende Hinweise:

  • Das vom Fahrzeugherstellervorgegebene Wechselintervall von Lufttrocknerpatronen ist in jedem Fall einzuhalten. febi empfiehlt einen Wechselintervall von einem Jahr.
  • Vermeiden Sie Kurzstreckenverkehr mit häufigem Abschalten des Motors.
  • Überprüfen Sie das Druckluftsystem regelmäßig auf Undichtigkeiten und reparieren Sie auftretende Defekte und Undichtigkeiten unverzüglich.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig die Einstellungen des Druckreglers. Ist er nicht korrekt eingestellt, wird unter Umständen der für die Regeneration erforderliche Systemdruck nicht erreicht.

Lufttrocknerpatronen von febi

febi bietet eine große Auswahl an Patronen für zahlreiche Lkw-Modelle – je nach Ausführung mit oder ohne Ölabscheider. Das komplette Programm finden Sie in unserer Teilesuche partsfinder.

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