Die Meldung sorgte für reichlich Wirbel: Wie die Nachrichtenagentur dpa Mitte August vermeldete, plant die norwegische Regierung ab 2025 einen Zulassungsstopp für Benzin- und Dieselfahrzeuge. An ihrer Stelle sollen elektrisch oder alternativ betriebene Autos den Straßenverkehr prägen. Das Verkehrsministerium dementierte jedoch umgehend. Wie ein Regierungssprecher betonte, wolle die Politik zwar zum Kauf klimafreundlicher Fahrzeuge animieren, eine systematische Verbannung von Autos mit Verbrennungsmotor sei dafür aber nicht vorgesehen.

In Sachen Klimaschutz ist das skandinavische Land ein Vorreiter. Nahezu 100 Prozent des Stroms werden aus Wasser- und Windenergie gewonnen. Dem gegenüber stehen reiche Vorkommen an Gas und Erdöl, also genau jene fossilen Energiequellen, deren Einsatz ein maßgeblicher Anteil am Klimawandel zugesprochen wird. Aus diesem Grund fördert die Regierung seit Jahren in hohem Maße den Kauf von Elektroautos. Steuererleichterungen, und freies Parken in Innenstädten sind nur zwei Instrumente, die dem Verbraucher den Umstieg schmackhaft machen sollen.

Mit Erfolg, fahren nach aktuellen Zahlen doch bereits 15 Prozent aller neu zugelassenen Pkw elektrisch. Ob diese positive Entwicklung anhält, ist derzeit allerdings fraglich. Gegenwärtig wird der „Nationale Transportplan“ diskutiert, in dem Rahmenbedingungen und Vorgaben für die verschiedenen Verkehrsträger festgehalten sind. Die steuerliche Begünstigung von Autos mit geringem oder keinem Schadstoffausstoß ist ein darin verankerter Verbrauchervorteil. Nur entgingen dem Staat in den vergangenen Jahren dadurch umgerechnet fast 250 Millionen Euro.

Das damit verbundene Dilemma führt zum dementierten Vorhaben eines Zulassungsstopps für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zurück. Denn sollten die finanziellen Anreize für Autokäufer entfallen und die Befreiung der E-Autos von der Kfz-Steuer rückgängig gemacht werden, wäre die schrittweise Verbannung von Benzinern und Dieseln durchaus ein probates Mittel, um den Absatz von Pkw mit alternativen Antrieben nachhaltig anzukurbeln. Wie die norwegische Regierung der Problematik Herr werden will, werden jedoch erst die Ergebnisse der kommenden Debatten und daran geknüpft eine Überarbeitung des Transportplans zeigen.