Die Pläne der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen, drohen aufgrund des mangelnden Käuferinteresses zu scheitern. Abhilfe schaffen soll die unlängst beschlossene Kaufprämie. Ob sie das Problem löst, bleibt jedoch fraglich.

Derartige Prämien sind ein beliebtes politisches Instrument. Besonders wenn es um die Automobilindustrie geht. So wird einer der größten Wirtschaftszweige angekurbelt und das Käuferverhalten zugleich in eine ökologisch nachhaltigere Richtung gelenkt. Nach zähen Verhandlungen schloss sich Ende April auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) der Idee einer gezielten Subventionierung von Elektroautos an.  Der dahinter stehende Plan ist ambitioniert. Denn bereits ab Ende Mai soll die Prämie ausgeschüttet werden.

Der Kauf rein elektrisch betriebener Autos wird dann mit 4.000 Euro bezuschusst, für Plug-In-Hybride sind 3.000 Euro vorgesehen – sofern diese einen Listenpreis von maximal 60.000 Euro aufweisen. Zusätzlich belohnt wird der Erwerb eines reinen Elektroautos mit einer zehnjährigen Befreiung von der Kfz-Steuer. Die Hälfte der Prämie schüttet die Bundesregierung aus, den Rest übernehmen die Hersteller. Deren Zusage war keine Überraschung. Schließlich haben vor allem sie ein großes Interesse daran, ihre Marktanteile im Segment der E-Autos zu steigern.

Um in den Genuss der Prämie zu kommen, müssen Kunden einen Antrag beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen. Der Kaufvertrag mit dem um den Herstelleranteil reduzierten Endpreis muss dabei mit eingereicht werden. Wie die Abwrackprämie gezeigt hat, braucht die Einführung eines solchen Verfahrens jedoch Zeit. Daher ist zu erwarten, dass viele Autofahrer, die mit der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs liebäugeln, zunächst abwarten., bis das Prämiensystem reibungsfrei funktioniert.

Die für das Programm vorgesehenen 1,2 Milliarden Euro werden bis spätestens 30. Juni 2019 ausgeschüttet. Sollte das Geld aufgrund hoher Nachfrage vorher ausgehen, läuft die Förderung aus. Laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) reicht der Topf für die Bezuschussung von 400.000 Fahrzeugen. Um weitere Anreize zu schaffen, investiert der Staat rund 300 Millionen Euro in den Ausbau des Fahrzeug-Ladenetzes. 15.000 neue „Strom-Tankstellen“ sollen entstehen und den Fahrern die Angst davor nehmen, mit leerer Batterie liegen zu bleiben.