Immer mehr technische Funktionen wie der Spurhalte-Assistent, das Abstandsradar oder der Totwinkelassistent nehmen im Auto Platz ein. Dazu gehört auch das sogenannte Head-Up-Display (HUD). Dahinter steckt ein Anzeigesystem, bei dem Informationen direkt in das Sichtfeld des Fahrers projiziert werden, damit dieser den Blick weiter auf die Straße richten kann.

Head-Up-Displays existieren zwar bereits seit mehreren Jahren, aber erst jetzt gewinnen sie mehr und mehr an Bedeutung – insbesondere in den Fahrzeugen der Oberklasse. So soll nun die fünfte Generation des Flaggschiffs LS von Lexus über ein 24-Zoll großes Head-Up-Display verfügen, welche Informationen virtuell drei Meter vor den Fahrer projiziert.

Infos zu Sehenswürdigkeiten
Das Display zeigt unter anderem Informationen über das Tempolimit, die aktuelle Geschwindigkeit oder Navigationshinweise, indem zum Beispiel ein Pfeil eingeblendet wird, der auf die richtige Spur hinweist. Eine Funktion, die für ein Plus an Sicherheit sorgen soll, ist die Personenerkennung. Diese erfolgt durch externe Sensoren.

Nicht nur Lexus hat neue Pläne zum Head-Up-Display, auch Mercedes-Benz stellte vergangenes Jahr bei der Präsentation des Modells Maybach 6 Cabriolet ein neues HUD vor. Zusätzlich zu den Standardinformationen soll das Display auch die Funktion haben, Restaurantempfehlungen anzuzeigen und Informationen über Sehenswürdigkeiten zu geben.

Plus an Sicherheit?
Ob Head-Up-Displays wirklich nur Vorteile bieten, bleibt allerdings fraglich. Natürlich sind viele Funktionen äußerst praktisch für den Fahrer. Doch ob plötzlich auftauchende Hinweise oder Zusatzinformationen wirklich zu mehr Sicherheit führen, kann zumindest angezweifelt werden.

Das HUD ist nur eines der vielen technischen Spielerein in unseren Autos. Mehr und mehr Technik wird entwickelt, um den Menschen das Autofahren zu erleichtern. Doch eine Studie des Auto Club Europa (ACE) in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg ergab, dass viele Autofahrer mit der neuen Technik überfordert sind. Eine Untersuchung des US-Marktforschungsunternehmens J.D. Power Reports 2015 hat zudem festgestellt, dass viele Autofahrer die zunehmende Digitalisierung ihrer Fahrzeuge für nutzlos halten.

Ob es den Head-Up-Displays anders ergehen wird, scheint momentan eher fraglich zu sein.