Ein Jahr ohne Verkehrstote in Helsinki

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Beispielbild für einen schweren Verkehrsunfall

In den vergangenen zwölf Monaten hat Helsinki einen bemerkenswerten Meilenstein erreicht: Zum ersten Mal gab es in der finnischen Hauptstadt keine Verkehrstoten. Diese Nachricht sorgte international für Aufsehen. Immerhin zählt Helsinki mit rund 690.000 Einwohnern zu den größten Städten, denen dies bislang gelungen ist. Zurückgeführt wird die Entwicklung auch auf die konsequente Einführung von Tempo-30-Zonen in großen Teilen der Stadt.

In Helsinki wird seit mehreren Jahren eine ambitionierte Verkehrssicherheitsstrategie verfolgt. Im Zentrum steht die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h in Wohngebieten sowie auf vielen innerstädtischen Hauptstraßen. Studien und Praxisbeispiele zeigen, dass eine niedrigere Geschwindigkeit nicht nur das Unfallrisiko, sondern vor allem die Schwere der Verletzungen bei Kollisionen drastisch reduziert.

Auch andere europäische Städte haben die Vorteile von Tempo 30 erkannt und eigene Maßnahmen ergriffen. In Spanien gilt seit Mai 2021 flächendeckend Tempo 30 auf den meisten innerstädtischen Straßen. Städte wie Paris, Brüssel und Grenoble setzen ebenfalls verstärkt auf 30 km/h als Standardgeschwindigkeit. Die Erfahrungen zeigen: Nach der Einführung dieser Regelung ist in vielen Orten die Zahl der Verkehrstoten deutlich gesunken. Paris meldete im Jahr nach der Einführung etwa einen historischen Tiefstand an Verkehrstoten.

Kritiker prognostizieren bei der Tempobegrenzung häufig längere Fahrzeiten. Die Erfahrungen und vor allem wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen jedoch, dass der Zeitverlust meist gering ist, die Lebensqualität aber durch mehr Sicherheit und weniger Lärm spürbar steigt. Die Erfolge in Helsinki, Brüssel, Paris und Spanien legen nahe, dass eine konsequente Temporeduzierung ein entscheidender Schritt hin zu Vision Zero – dem Ziel von null Verkehrstoten – sein kann.