125 Jahre Diesel: Der Anfang vom Ende?

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Vor fast genau 125 Jahren, am 27. Februar 1892, reichte Rudolf Diesel das Patent für seine neu entwickelte Motortechnik ein. In Feierlaune sind die Autobauer deshalb aktuell aber nicht, denn die Zukunft des Diesels steht auf der Kippe. Grund dafür sind die zahlreichen Negativmeldungen der letzten Wochen und Monate.

Gerade die jüngsten Nachrichten aus Stuttgart haben Autofahrer und -hersteller gleichermaßen alarmiert. Denn dort herrscht fast jeden Tag Ausnahmezustand: Allein im Januar 2017 musste die baden-württembergische Landeshauptstadt an 17 Tagen Feinstaub-Alarm ausrufen. Auch deshalb sahen sich Politik und Verwaltung gezwungen zu handeln. Ab 2018 will Stuttgart als erste deutsche Großstadt ein Fahrverbot für Dieselautos einführen. An Tagen mit Feinstaubalarm sind der Talkessel und weitere Viertel der Ländle-Metropole für Diesel, die nicht der Euro-6-Norm entsprechen, tabu.

70.000 betroffene Autos

„Der Kampf gegen Feinstaub und Stickstoffdioxid bleibt eine Daueraufgabe für uns. Jedes Mikrogramm weniger, das in Stuttgart gemessen wird, ist ein Gewinn für die Stadt und die Gesundheit der Stuttgarter Bürger“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) nach der Verkündung der Pläne Ende Februar. Allein in Stuttgart wären mehr als 70.000 Fahrzeuge von der Regelung betroffen, berichtet der SWR.

Auch in anderen Orten werden Dieselverbote diskutiert: Im Herbst vergangenen Jahres schlugen Verwaltungsrichter den Stadtoberen von Düsseldorf vor, künftig Diesel aus der Rheincity zu verbannen, um der Feinstaubproblematik Herr zu werden. In weiteren NRW-Städten wie Bonn und Essen, im baden-württembergischen Reutlingen, in Berlin, Mainz und in einigen hessischen Städten, darunter Frankfurt und Wiesbaden, drohen ebenfalls Fahrverbote. Der Grund: Gegen diese und weitere Metropolen hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Klagen angestrengt, wie unter anderem Spiegel Online schreibt. Die Organisation will damit auf die andauernde Überschreitung der von der EU festgelegten Stickstoffdioxid-Grenzwerte aufmerksam machen. „Wir gehen davon aus, dass die ersten Fahrverbote Anfang 2018 kommen“, ist DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch überzeugt.

Verunsicherte Verbraucher

Hat demnach das letzte Stündlein für die Benziner-Alternativen geschlagen? Ob die Fahrverbote wie von Resch erhofft wirklich kommen, ist momentan noch nicht abzusehen. Die Entscheidung in Stuttgart kann jedoch als ein erstes Signal gewertet werden. Bereits jetzt reichen die Schlagzeilen aus, um die Verbraucher nachhaltig zu verunsichern. Somit könnte das besondere Jubiläumsjahr auch gleichzeitig der Anfang vom Ende des Selbstzünders werden.

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