In unserer schnelllebigen Zeit bahnt sich mit großen Schritten der nächste Paradigmenwechsel in Sachen Kommunikation an. Nachdem der Brief und das Fax nur noch ein Schattendasein fristen, nimmt auch bei der E-Mail die Akzeptanz immer weiter ab.

Sie hat es seit ihrem Siegeszug Mitte der 90er nie geschafft, den Kinderkrankheiten wie SPAM-Mails, Viren, Phishing und zu großen Mailanhängen wirklich Herr zu werden. Schaut man sich hingegen an, wie Jugendliche heute kommunizieren, so lässt sich erahnen wie die Zukunft der Kommunikation aussieht.

Ende 2014 teilte Jan Koum, einer der Gründer des hierzulande beliebtesten Messaging-Dienstes WhatsApp mit, dass dieser inzwischen über 700 Millionen aktive Nutzer verfügt. Dieses Marketing-Potenzial lässt sich mit wenig Aufwand auch in der KFZ-Werkstatt als effektives Instrument zur Kundenbindung nutzen.

Die Technik

Im ersten Schritt sollte man sich bewusst machen, dass bei der gewerblichen Nutzung von WhatsApp für jeden Kunden auch die Mobilfunknummer des Versenders einsehbar wird. Es ergibt also durchaus Sinn, für die Kundenkommunikation ein separates Smartphone anzuschaffen.

WhatsApp ist für Android, iPhone, BlackBerry sowie Windows Phone verfügbar. Damit die App funktioniert, muss ebenfalls eine funktionsfähige SIM-Karte eingelegt sein. Um nicht unnötig Datenvolumen in Anspruch zu nehmen, bietet es sich ebenfalls an, das Smartphone per WLAN mit dem Internet zu verbinden.

Vorteile der Messaging-Kommunikation

Als „One-to-One“-Kommunikationstool bietet WhatsApp viele Vorteile gegenüber der E-Mail oder einem Telefonanruf. Da eine Vielzahl der Kunden WhatsApp für deren private Kommunikation nutzt, ist die Zustellrate im Vergleich zur E-Mail wesentlich höher.

Bei Telefonanrufen ergibt sich das Problem, dass der Zeitpunkt des Anrufs unpassend sein kann oder das bei Anrufen von unbekannten Nummern erst gar nicht abgenommen wird. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Zeitverlust bei einer WhatAapp-Kommunikation. So werden Nachrichten vom Empfänger oft schon in den ersten Minuten nach dem Versenden gelesen.

Kunden binden, Umsatz steigern

Die Einsatzmöglichkeiten in der Werkstatt sind dabei vielfältig. Zunächst muss die Handynummer des Kunden erfasst werden. Gibt dieser sein Fahrzeug ab, kann man anbieten, sich per Anruf/SMS zu melden, falls es Rückfragen gibt bzw. das Fahrzeug repariert ist.

In Zukunft besteht dann z.B. die Möglichkeit, per WhatsApp an das Aufziehen der Winterreifen zu erinnern. Oder zwei Tage nach der Reparatur einfach mal nachzufragen, ob denn mit dem Wagen alles in Ordnung ist.

Ihre Kunden lassen sich in WhatsApp auch in sogenannten „Broadcast-Listen“ gruppieren. Dabei können Sie eine Nachricht an alle Kunden innerhalb einer bestimmten Liste schicken und so spezielle Serviceangebote, beispielsweise einen Fahrzeug-Urlaubs-Check vor den Sommer- und Winterferien, bewerben.