E-Mobilität, Social Media, Automatisiertes Fahren: Auf die freien Werkstätten kommen in den nächsten Jahren einige Herausforderungen zu. Umso wichtiger ist es, sich regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen, sich auszutauschen und den berühmten Blick über den Tellerrand zu wagen. Dazu bietet das Werkstattforum, organisiert vom Kaufhold Verlag, jedes Jahr die ideale Gelegenheit. Am 21. und 22. Januar 2018 fand das Treffen wieder in der Dortmunder Westfalenhalle statt.

Was bewegt den freien Werkstattmarkt aktuell? Welche Hürden müssen in Zukunft überwunden werden? Rund 400 Werkstattinhaber und -mitarbeiter, Dienstleister sowie Vertreter des Großhandels und der Teileindustrie, darunter auch die bilstein group, wurden durch zahlreiche Expertenvorträge auf den neuesten Stand gebracht – und erhielten gleichzeitig wichtige Tipps für die Praxis.

Kontakt zum Kunden verbessern

Marius Kaufhold erläutert die Möglichkeiten von Google.

Marius Kaufhold erläutert die Möglichkeiten von Google.

So stellte Charly Knobling verschiedene Methoden vor, um den Kunden stärker an die Werkstatt zu binden. Dass sich das lohnen kann, verdeutlichte der Berater mit Hilfe einer beeindruckenden Zahl: Er bezifferte die Gesamtsumme, die ein Kunde während seines „Autofahrerlebens“ in einer Werkstatt lässt, auf rund 250.000 Euro. Um den Kontakt zum Kunden zu intensivieren, könnten bereits kleine Gesten helfen, so Knobling, zum Beispiel die Tür beim Einsteigen aufhalten oder die genaue Auflistung der geleisteten Arbeit auf einer Checkliste präsentieren.

Warum sich Marketing auf Google und Facebook auch für Werkstätten lohnt, erläuterte Marius Kaufhold von der Freien Werkstatt in einem anschaulichen Vortrag. Denn wer auf diesen Online-Plattformen nicht oder unzureichend präsent sei, laufe Gefahr, die Kunden von morgen zu verlieren. Zudem könne der Kontakt zum Kunden dank der digitalen Möglichkeiten auch nach Ladenschluss bestehen bleiben. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Heute Nische. Und morgen?

E-Mobilität ist für viele Werkstätten noch ein Nischenthema. Wohin die Reise gehen wird, zeigte jedoch der Beitrag von Win Neidlinger vom Aachener Unternehmen e.GO Mobile AG. Das will noch in diesem Jahr E-Fahrzeuge in Eigenregie produzieren – als preiswertes Zweitfahrzeug für die Stadt. Da sei auch die Diskussion um mangelnde Reichweite nicht mehr von Bedeutung, so Neidlinger. Bereits jetzt sind laut der Unternehmens-Website mehr als 2.000 Vorbestellungen eingegangen.

70 % der Werkstattinhaber erwarten 2018 bessere Geschäfte.

70 % der Werkstattinhaber erwarten 2018 bessere Geschäfte.

Das Werkstattforum zeigte auch 2018 eine Branche im Aufbruch. Stetiger Wandel bestimmt die Arbeit der freien Werkstätten. Das schürt gewisse Ängste, eröffnet aber auch neue Geschäftsfelder. Deshalb blicken die Werkstätten grundsätzlich positiv in die Zukunft: Eine Blitzumfrage während des Forums ergab, dass 70 Prozent der Besucher in diesem Jahr bessere Geschäfte erwarten.

Der Stimmungstest zeigte, dass die freien Werkstätten den Umbruch als Chance begreifen. Ein gutes Zeichen für alle Kunden, die auch in Zeiten von E-Mobil, Digitalkultur & Co. eine vertrauensvolle Alternative zur Vertragswerkstatt suchen.