Elektrofahrzeuge haben auf deutschen Straßen momentan noch Seltenheitswert. In der ersten Jahreshälfte 2016 rollten gerade einmal rund 10.500 E-Autos durch die Republik, berichtet der Verband der Automobilindustrie. Doch die Entwicklung in anderen Ländern, zum Beispiel China, zeigt, wo die Reise hingeht. Auch die Politik setzt voll auf Elektromobilität: Eine Million Stromer, so plant es die Bundesregierung, sollen bis 2020 in Deutschland unterwegs sein.

Auf diese Entwicklung müssen Werkstätten frühzeitig reagieren. Denn die Arbeit an Elektrofahrzeugen verlangt erweiterte Technikkenntnisse und Qualifikationen. Hauptgrund dafür ist der notwendige Umgang mit einem Hochvoltsystem: der Batterie, dem Herzstück jedes E-Mobils. Während eine herkömmliche Autobatterie gerade einmal 12 Volt Nennspannung aufweist, bringt es ein moderner Hochleistungs-Energiespeicher auf über 300 Volt. Der falsche Umgang mit dieser Fahrzeugkomponente, etwa durch unkundiges Personal, kann im schlimmsten Fall tödliche Konsequenzen haben.

Fortbildung ist Pflicht

Deshalb schreibt der Gesetzgeber für jeden, der beruflich mit Elektroautos arbeitet, grundlegende Schulungen vor. Ohne eine solche Fortbildung darf ein Mechaniker – streng genommen – ein Hybrid-Fahrzeug noch nicht einmal vom Hof auf die Hebebühne fahren. Eine Kundenzielgruppe, die künftig immer bedeutender werden dürfte, bliebe Werkstätten ohne entsprechendes Fachpersonal also komplett verschlossen.

Um mehr über die Thematik zu erfahren und Werkstätten künftig zielgerichtet beraten und informieren zu können, haben jetzt neun febi Mitarbeiter die „Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen“ durchlaufen. Sechs Tage erkundeten die Produktmanager, Trainer und technischen Marketing-Fachleute im Berufsbildungszentrum (bbz) Arnsberg verschiedene Elektro- und Hybrid-Antriebskonzepte. Dort bieten auch Unternehmen wie Škoda und DAF regelmäßig Lehrgänge und Intensivschulungen an.

„Als einer der weltweit führenden Hersteller und Lieferant von Ersatzteilteilen ist es der Anspruch von febi bilstein, die Entwicklungen im Automotive-Sektor immer im Blick zu haben. Wir wollen den Werkstätten jederzeit qualifizierte Unterstützung anbieten – das gilt auch beim Thema Elektromobilität“, so Sascha Keller, Leiter Technisches Marketing.

 

Ganz neues Fachwissen gefragt

Im bbz stand neben wichtiger Theorie, etwa zu gesetzlichen Bestimmungen, auch der praktische Umgang mit Elektro- und Hybridfahrzeugen im Fokus – von der Fehlersuche bis zur Instandsetzung. So tauschten die Schulungsteilnehmer unter anderem einzelne Bestandteile einer Batterie aus, nachdem sie zuvor genauestens über die Gefahren eines Hochvoltsystems aufgeklärt worden waren. „Bei Arbeiten an Hochvolt-Batterien müssen Mechaniker besonderes Fachwissen anwenden. Es war sehr lehrreich, zu erfahren, welche Herausforderungen die Elektromobilität für Werkstätten mit sich bringt“, erläutert Keller.

Daneben nahmen die febi Mitarbeiter auch aktuelle E- und Hybrid-Modelle in Augenschein, darunter der Audi e-tron, der BMW i8 und der i3. Das Fazit der Teilnehmer fiel durchweg positiv aus: „Dass sich die Elektromobilität durchsetzt, ist nur eine Frage des ‚wann‘, nicht des ‚ob‘“, ist Sascha Keller überzeugt. „Deshalb ist es für uns – aber vor allem für die Werkstätten – wichtig, sich frühzeitig mit der Technologie auseinanderzusetzen. Dank der jüngsten Schulung können wir nicht nur Fachwissen weitergeben, sondern auch ganz praktische Hilfestellung leisten.“

Fotos: bbz Arnsberg