Mindestens 50 Tote, unzählige zerstörte Häuser und Gebiete, die ob der immensen Verwüstungen als unbewohnbar gelten: Das ist die vorläufige Bilanz von Hurrikan „Irma“. Am 6. September fegte der Tropensturm mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern über die Karibik hinweg. Der US-Bundesstaat Florida wurde von Irma ebenfalls voll getroffen. Präsident Donald Trump rief daraufhin den Notstand aus.

Im Vorfeld der Umweltkatastrophe flohen Tausende Menschen, viele davon mit dem Auto. Das Ziel, sich möglichst weit vom prognostizierten Epizentrum des Wirbelsturms zu entfernen, war für Besitzer von Elektroautos des Herstellers Tesla jedoch mit Schwierigkeiten verbunden. Zumindest theoretisch. Denn der kleinste Akku des Unternehmens ermöglicht eine Reichweite von rund 320 Kilometern. Allerdings wurde bei Hurrikan Irma eine Gesamtausdehnung von 600 Kilometern erfasst. Allein das Auge des Rekord-Sturms maß im Durchmesser 40 Kilometer.

Tesla bot Kunden daher kostenlose Soforthilfe an, indem die Speicherkapazität der verbauten Akkus – und damit die Reichweite der Fahrzeuge – erhöht wurde. Das funktioniert folgendermaßen: Verschiedene Modellvarianten des Autobauers sind mit einer Batterie ausgestattet, deren Speicher 75 kWh umfasst. Genutzt werden können davon allerdings nur 60 kWh. Die verbleibenden 15 kWh können gegen Aufpreis online freigeschaltet werden. Mit dem Ergebnis, dass die Reichweite um bis zu 64 Kilometer gesteigert wird.   

Obwohl die präventive Hilfsleistung von Tesla löblich erscheint, liegt die Notwendigkeit des PR-Coups doch zweifelsfrei auf der Hand. Denn der E-Auto-Pionier würde in akute Erklärungsnot geraten, wenn Tesla-Fahrer auf der Flucht vor Irma aufgrund mangelnder Kilometerleistung ihrer Fahrzeuge liegengeblieben wären. Von Dauer ist die vergrößerte Speicherleistung allerdings nicht. Am 16. September wird das Gratis-Update rückgängig gemacht.