Elon Musk, der Mann hinter der Elektroauto-Schmiede Tesla, stellte am 31. März 2016 sein erstes Fahrzeug für den Massenmarkt vor. Das schlicht „Model 3“ getaufte Gefährt besticht auf dem Papier und auf der Bühne des Tesla Design Studios im kalifornischen Hawthorne durch ein elegantes Design, moderne Technik und einen sensationellen Preis von 35.000 US-Dollar. Der bisher günstigste Tesla, das „Model S“, liegt bei rund 90.000 US-Dollar.

Doch auch ein anderer Aspekt von Musks Vision lässt aufhorchen. Denn nebenbei stellte der Firmengründer auch seinen „Gigafactory“ getauften Produktionsstandort für Batterien vor. In dem sollen in Zukunft mehr Lithium-Ionen-Batterien gefertigt werden als in allen anderen weltweit existierenden Lithium-Ionen-Fabriken zusammen.

Allein gemessen an diesem Maßstab zeigt sich deutlich, wie Tesla die Elektromobilität auf ein neues Level heben will. Vergleicht man die Zahlen mit der Batterieproduktion der übrigen Automobilkonzerne (inkl. Hybrid-Primus Toyota), so wird deutlich, wie weit Tesla der Konkurrenz in einigen Jahren enteilt sein könnte. Auch die potenziellen Kunden scheinen den Nimbus des supermodernen Zukunftsautos zu lieben. Alleine in den ersten Tagen bestellten fast 300.000 Kunden das „Model 3“ vor, ohne es je gefahren zu haben.

Doch bei aller Euphorie gibt es natürlich auch einige Unklarheiten. So gibt Tesla an, mit der Produktion des „Model 3“ erst Ende 2017 beginnen zu wollen. Wie das Fortune Magazin berichtet, erwarten Analysten, dass Tesla bis Ende 2018 erst knapp 80.000 Fahrzeuge ausliefern kann. Wer also jetzt bestellt, kann vermutlich erst 2019 oder 2020 damit rechnen, sein Fahrzeug zu bekommen.

Ebenfalls bleibt abzuwarten,  ob und in welchem Maße die Konkurrenz bis dahin im Segment der E-Mobilität aufholen kann. So bringt beispielsweise auch Chevrolet mit dem Model „Bolt EV“ Ende 2016 ein Pendant zum „Model 3“ auf den Markt. Unklar ist hier noch, wie viele Fahrzeuge GM im Jahr produzieren kann, eine entsprechende Nachfrage seitens der Verbraucher vorausgesetzt.