Für den japanischen Automobilzulieferer Takata nehmen die schlechten Nachrichten kein Ende. Nachdem seit vergangenem Jahr weltweit rund 50 Millionen Fahrzeuge aufgrund explosionsgefährdeter Airbags zurückgerufen wurden, drohen nun massive Lieferengpässe. Damit nicht genug, sollen zwei Produktionsstandorte von Deutschland nach Ungarn verlagert werden. Bedroht sind dadurch mehr als 1.000 Arbeitsplätze.

Als einer der führenden Lieferanten von Airbags macht Takata mit nahezu allen namhaften Autobauern Geschäfte. Der Skandal um die fehlerhaften Produkte hat den Ruf des Unternehmens schwer beschädigt. Eine Untersuchung, die im Auftrag von zehn Fahrzeugherstellern durchgeführt wurde, ist nun zu dem Ergebnis gekommen, dass verschiedene Faktoren den Ausschlag für die mangelnde Funktionsfähigkeit der Airbags geben. Deren schwerwiegendster sind Montagemängel, durch die Feuchtigkeit in die technisch sensiblen Komponenten gelangen kann.

Die Industrie steht Takata noch zur Seite, schließlich wäre die Suche nach einem geeigneten Ersatzlieferanten ein zeitaufwändiges Unterfangen. Entsprechend groß ist die Hoffnung, dass die Produktionsfehler behoben werden können, um die sich abzeichnenden Nachschubprobleme rasch auszuräumen. Das hat Auswirkungen auf die Takata-Produktionsstandorte in Deutschland. Wie die Automobilwoche berichtete, sollen die Werke in Aschaffenburg und Freiberg geschlossen und die Fertigungskapazitäten in Ungarn im Gegenzug aufgestockt werden.

Für Takata geht es mittlerweile ums bloße Überleben. In den USA wurden zu Jahresbeginn weitere Airbag-Typen beanstandet, die, sofern Sicherheitsbehörden in anderen Ländern mitziehen, weitere 30 Millionen Fahrzeuge betreffen würden. Als Spezialist für Sicherheitssysteme fertigt Takata neben Airbags unter anderem auch Sicherheitsgurte und Lenkräder. Welche Auswirkungen der anhaltende Skandal auf das Unternehmen und seine weltweit 50.000 Mitarbeiter hat, lässt sich derzeit bestenfalls erahnen.