Der Trend zum Teilen eines Fahrzeugs ist ungebrochen. Waren es 2014 noch rund 750.000 registrierte Nutzer von Carsharing-Angeboten, stieg die Zahl in nur zwei Jahren auf 1,7 Millionen. Das gab der Bundesverband CarSharing (bcs) in einer jetzt veröffentlichten Mitteilung bekannt.

Insgesamt waren im vergangenen Jahr 17.200 „geteilte“ Autos in Deutschland unterwegs – etwas mehr als die Hälfte davon stationsbasiert, der Rest „free-floating“. Der Unterschied: Letztere Fahrzeuge stehen dort, wo der Kunde sie abgestellt hat, und werden per Handy vom nächsten Kunden geortet. Damit werde, so der bcs, vor allem die Nachfrage nach sehr kurzen innerstädtischen Fahrten bedient. Mit Autos, die an einer festen Station abgeholt und wieder dort geparkt werden müssen, würden hingegen auch längere Fahrten, z. B. Ausflüge, absolviert.

Große Marken mischen mit

Angesichts der seit Jahren steigenden Nutzer- und Fahrzeugzahlen ist es kein Wunder, dass auch die großen Automobilmarken etwas vom Carsharing-Kuchen abbekommen wollen. Hinter dem größten Free-floating-Anbieter car2go steckt Daimler, der zweitgrößte Anbieter DriveNow ist unter anderem in der Hand von BMW. Sie wollen auf diesem Wege gerade junge Leute an sich binden, so Dr. Michael Borgmann, Experte für Carsharing bei den Wirtschaftsberatern von PricewaterhouseCoopers: „Nach unseren Berechnungen kann sich Carsharing für Automobilhersteller zu einem lukrativen Geschäftsmodell entwickeln.“

Der Grund: Gerade für jüngere Menschen in den Städten verliert das Auto als Statussymbol an Bedeutung. Schnell und unkompliziert mobil zu sein, ist wichtiger. „Die Wachstumschancen für Carsharing vor allem in deutschen Großstädten sind immens“, betont Borgmann deshalb.

Thema für die Politik

Mittlerweile beschäftigt sich auch die Politik intensiv mit dem Thema. Noch in diesem Jahr soll ein eigenes Carsharing-Gesetz in Kraft treten. „Damit wird die Grundlage geschaffen, dass die Länder für Carsharingfahrzeuge auf Parkgebühren verzichten und spezielle Stellflächen vorhalten können“, schreibt das Bundesverkehrsministerium auf seiner Homepage.

Während die Regierung dem neuen Trend positiv gegenübersteht, sind die Meinungen, ob mit Hilfe des Carsharings langfristig die Städte und die Umwelt vom zunehmenden Verkehrsaufkommen entlastet werden, durchaus geteilt. So bewertet die Deutsche Umwelthilfe den Trend zum „Fahrzeug-Teilen“ eher negativ, berichtet unter anderem der FOCUS. Demnach wäre ein Ausbau des ÖPNV der deutlich bessere Weg.