Autofahren wird immer sicherer. Seit 1991 hat die Zahl der Verkehrstoten auf Deutschlands Straßen trotz beständig steigender Fahrzeugzulassungen kontinuierlich abgenommen. Einen Beitrag leisten elektronische Assistenzsysteme, die insbesondere die Lenkbarkeit des Fahrzeugs in bestimmten Extremsituationen gewährleisten sollen.

Zu ihnen zählen das Antiblockiersystem (ABS), die Antriebsschlupfregelung (ASR) oder das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP). Wie weit die Technik mittlerweile fortgeschritten ist, beweist auch Adaptive Cruise Control (ACC), ein System zur Fahrgeschwindigkeitsregelung. Das Programm analysiert den Verkehrsfluss und richtet das Tempo am Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Auto aus.

Sollte es tatsächlich zu einem Unfall kommen, mindern Gurte, Airbags und die Sicherheitsfahrgastzelle die Gefahr ernsthafter Verletzungen. In welchem Maße sich neben der Elektronik aber auch die grundlegende Bauweise moderner Fahrzeuge verändert hat, zeigt das Verhältnis von Glas zu Metall. Dieses hat im Zeitalter der Sport-Geländewagen, der sogenannten SUV, einen erheblichen Wandel erfahren.  

Die bulligen Großkarossen sind ein Verkaufsschlager, können für andere Verkehrsteilnehmer – insbesondere Kinder – durch die eingeschränkte Rundumsicht jedoch zum Risiko werden. Die Verbreiterung der Dachsäulen und die erhöhten Fensterunterkanten sorgen zwar dafür, dass die Knautschzone verstärkt wird, schränken das Sichtfeld des Fahrers im Gegenzug allerdings erheblich ein.  

Der ADAC misst seit Jahren die Rundumsicht bei PKW-Modellen. Während dreitürige Kleinwagen dabei überwiegend positive Bewertungen erhalten, finden sich die Sport-Geländewagen meist am unteren Ende der Bewertungsskala. Offenbar sind Design und Funktionalität bei Fahrzeugen der oberen Mittelklasse nur schwer in Einklang zu bringen. Die Antwort der Autobauer sind immer umfassendere Kamerasysteme. Die bessere Alternative wäre aber wohl, dass der Fahrer wieder die Gelegenheit erhält, sich auch in großen Karossen auf seine eigenen Augen zu verlassen.