Noch vor wenigen Monaten wollte US-Präsident Donald Trump deutsche Fahrzeughersteller massiv abstrafen. Ein Dorn im Auge war ihm vor allem der anhaltende Erfolg der Marken Mercedes und BMW in Nordamerika. Zwar hatten beide im vergangenen Jahr mit rückläufigen Verkaufszahlen zu kämpfen, Trump wollte sein Volk aber vorrangig dazu verleiten, auf Modelle heimischer Hersteller zu setzen.   

So war wiederholt von höheren Einfuhrzöllen für nicht-amerikanische Unternehmen die Rede, was zwangsläufig zu einer Verteuerung von deutschen Fahrzeugen geführt hätte. Ob diese Maßnahme tatsächlich wirkungsvoll gewesen wäre, bleibt jedoch zweifelhaft. Denn führend sind Mercedes, BMW und Wettbewerber Audi allein im Segment der Premium-Modelle. Und wer sich die leisten kann, dürfte von Preissteigerungen kaum vom Kauf abgehalten werden.

Satte Sondergewinne dank sinkender Unternehmenssteuer

Mit der von Trump eingeführten Steuerreform wendet sich das Blatt nun unerwartet deutlich: Daimler und BMW erwarten Sondergewinne von insgesamt mehr als drei Milliarden US-Dollar. Die resultieren aus der sinkenden Besteuerung von Unternehmen. Statt den bisherigen 35 Prozent müssen diese ab 2018 nur noch 21 Prozent an den Staat abführen. Das wirkt sich bereits positiv auf die aktuelle Bilanz der deutschen Hersteller aus.

Trump hatte das entsprechende Gesetz als Entlastung für die Mittelschicht angekündigt. Die rund 1,5 Billionen Dollar umfassenden Steuererleichterungen kommen aber vorrangig Firmen und Reichen zugute. Die Demokraten boykottierten den Entwurf daher geschlossen. Die Hauchdünne Mehrheit im Senat genügte, um dem umstrittenen Staatsoberhaupt einen wichtigen Erfolg zu bescheren. Dass damit auch Unternehmen besser dastehen, die Trumps „America first“-Credo zuwiderlaufen, verkommt dabei zur Nebensache.