Seit dem 12. Juni ist die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien in vollem Gange. Freunde des gepflegten Rasenballsports konnten sich bereits bei den ersten Vorrundenspielen an spektakulären Toren, haarsträubenden Schiedsrichter-Fehlentscheidungen und dem Nutzen der in Deutschland entwickelten Torlinientechnik „GoalControl“ erfreuen. Wenn die deutsche Nationalmannschaft an diesem Montagabend ihr erstes Gruppenspiel gegen Portugal bestreitet, sind anschließende Autokorsos durch die Großstädte der Republik wieder fest eingeplant.

Seit der WM 2006 im eigenen Land ist es für deutsche Autohalter fast selbstverständlich, Flagge zu zeigen. Da werden Landesfahnen verschiedener Größen an Fenstern und Außenspiegeln befestigt oder gleich über die Motorhaube gespannt. Am häufigsten zu sehen sind die Klemmfahnen für Autoscheiben. Doch so erfreulich es ist, das unzählige Fans der WM-Euphorie durch die Schmückung ihres Fahrzeugs Ausdruck verleihen, im Sinne der Verkehrssicherheit gilt es trotzdem, die Empfehlungen von Herstellern, Versicherungen und Polizei zu beachten.

Entscheidend ist, dass für den Fahrer stets freie Sicht herrscht. Entsprechend sollte davon abgesehen werden, Aufkleber auf die Frontscheibe aufzubringen. Selbiges gilt für die vorderen Seitenfenster sowie die Beleuchtungsanlage. Überzüge für die Außenspiegel sind so zu befestigen, dass sie nicht verrutschen können. Ein Verbot gilt, wenn mit der Hülle ein in den Außenspiegel integrierter Blinker verdeckt wird.

Für Klemmfahnen empfiehlt der TÜV Süd eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Bei höherem Tempo neigen sich die Fahnenmäste aus Plastik und können brechen. Sollte die Fahne darauf ein anderes Fahrzeug beschädigen oder schlimmer noch einen hinteren Verkehrsteilnehmer so beeinflussen, dass ein Unfall geschieht, kann es zu Problemen mit der Versicherung kommen. Im schlimmsten Fall bleibt der Fahrer auf den Reparaturkosten sitzen. Vor der Fahrt auf Autobahn oder Landstraße sollten die Fahnen abgenommen werden.

Grundsätzlich gilt bei der Fanbestückung des Autos: Sicherheit geht vor! Beim Autocorso durch die Innenstadt zeigt sich die Polizei zwar erfahrungsgemäß tolerant, Gefährdungen der Verkehrssicherheit – vor allem Trunkenheit am Steuer und das Überfahren roter Ampeln – werden trotzdem rigoros geahndet. Aber der Spaß am Fußball und den (hoffentlich siegreichen) Spielen der deutschen Mannschaft reißt durch die Einhaltung bestehender Verkehrsregeln schließlich nicht ab.