Ein beträchtlicher Teil der Reparaturen in freien Werkstätten entfallen auf die Wartung und Instandsetzung von Fahrwerkskomponenten. Fahrzeugachsen sind in ihrer Bauweise im Laufe der vergangenen Jahrzehnte immer kompakter und leichter geworden. Dadurch ist jedoch auch die Reparaturanfälligkeit von Fahrwerksteilen gestiegen.

Ein gutes Beispiel ist die Mehrlenkerachse, auch Multilink-Achse genannt, die an Vorder- und Hinterachse eingesetzt wird. Sie bietet im Vergleich zu älteren Konstruktionen, etwa McPherson-Federbeinen oder Verbundlenkerachsen, entscheidende Vorteile. Zu diesen zählt  höherer Fahrkomfort, da Fahrbahnunebenheiten besser gedämpft werden und unerwünschte Lenkkräfte nicht mehr an das Lenkrad übertragen werden.

Außerdem ermöglicht die Mehrlenkerachse einen möglichst großen Spielraum bei der Konstruktion, so dass die Gestaltung des Fahrwerks – und damit die Fahrdynamik – beliebig beeinflusst werden kann. Nachteile dieses Systems sind der hohe Entwicklungsaufwand, der komplizierte Aufbau und die bereits erwähnte höhere Verschleißanfälligkeit.

Zum Schutz des Fahrwerks

Bei der modernen Achsgeometrie fällt selbst unscheinbaren Bauteilen wie Schrauben und Muttern eine erhöhte Bedeutung zu. Um den hohen Sicherheitsanforderungen im Bereich der Radaufhängung und des Fahrwerks gerecht zu werden, kommen häufig besondere Befestigungsmaterialien zum Einsatz. Dabei handelt es sich meist um selbstsichernde Schrauben und Muttern.

Verwendet werden aber auch Sicherungsscheiben, Spannscheiben, Kombischrauben, Kombimuttern, Dehnschrauben, Kronenmuttern und Splinte sowie Muttern mit Kunststoffeinsatz. Um eine sehr feste Verbindung unterschiedlicher Materialien (z. B. Aluminium und Stahl) durch elektrochemische Korrosion zu vermeiden, werden die Verbindungsmaterialien häufig mit speziellen Oberflächenbeschichtungen, beispielsweise einer Eloxalschicht, Phosphatierung oder Chromatierung versehen.

Um das Fahrwerk zu schützen und vorzeitigem Verschleiß vorzubeugen, sollten bei Reparaturen im Achsbereich grundlegend sämtliche Anbaumaterialien ebenfalls erneuert werden. Denn der Verzicht auf den Austausch dieser verhältnismäßig günstigen Teile kann den Autofahrer im schlimmsten Falle nachträglich teuer zu stehen kommen.