Im privaten Umfeld gehören die sozialen Medien bei vielen Menschen längst zur täglichen Routine. Das regelmäßige Abrufen persönlicher E-Mails wird gerade von der jüngeren Generation immer mehr durch die Kommunikation in Sozialen Netzwerken ersetzt. Auf unserer eigenen Facebook-Seite sind 85 % unserer „Fans“ zwischen 18 und 44 Jahren alt. Das Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren.

Auch Kfz-Betriebe erkennen die zunehmende Bedeutung einer direkten Zielgruppenansprache und verstärken das Selbst-Marketing. Denn die finanziellen Investitionen sind gering. Schließlich fallen für das Anlegen einer Facebook-Firmenseite keinerlei Gebühren an.

Wer schon ein persönliches Profil bei Facebook hat, kann hier in wenigen Schritten eine Unternehmensseite einrichten. Zu beachten sind jedoch einige rechtliche Fragen. Eine kurze, nicht als Rechtsberatung zu verstehende Übersicht findet sich im Artikel 7 rechtliche Fallstricke im Social Web im SiN-Blog.

Ziel der eigenen Facebook-Präsenz ist in der Regel, sich oder vielmehr sein Unternehmen und die darüber angebotenen Dienstleistungen bekannter zu machen. Jedoch macht es schon zu Anfang durchaus Sinn, sich eine Liste möglicher Themen / Postings zusammenzustellen. Dies können selbstverständlich Serviceaktionen sein, etwa ein Urlaubs-Check, Ölwechsel-Rabatte oder akuelle Fahrzeugangebote, jedoch sollte es mit der „offensiven Werbung“ nicht übertrieben werden.

Die „Fans“ auf Facebook entscheiden sich bewusst für ein Unternehmen. Die Gefahr, diese durch andauernde Werbung schnell wieder zu verlieren, ist entsprechend groß. Daher sollten sich Unternehmer auf Facebook darüber Gedanken machen, welche Informationen für ihre Zielgruppe interessant sein könnten. Beispielsweise können Mitarbeiter ausführlich vorgestellt oder Berichte über häufig auftretende Fahrzeugdefekte gepostet werden. Bei der Themenauswahl kann ruhig ein wenig ausprobiert werden, welche Posts von möglichst vielen Leuten gelesen werden. Facebook bietet hier umfangreiche und sehr übersichtliche Statistiken.

Das primäre Ziel sollte jedoch stets die Steigerung der Bekanntheit des Unternehmens sein und nicht die direkte Umsatzsteigerung einer bestimmten Dienstleistung. Diese ergibt sich durch die größere Bekanntheit meist von ganz von allein.

Da es für die meisten Kfz-Betriebe nicht wirtschaftlich ist, ihre Social Media-Aktivitäten auf eine Werbeagentur auszulagern, muss das Schreiben neuer Beiträge in den Arbeitsablauf integriert werden. Es empfielt sich, von Anfang an einen Redaktionsplan zu erstellen, in dem mögliche Beiträge vorgeplant werden können. Das Minimalziel sollte hierbei ein Beitrag pro Woche sein. Ebenfalls sollte zu jedem Beitrag immer ein inhaltlich passendes Foto mit hochgeladen werden. Denn Beiträge ohne Foto oder Video finden selten Beachtung.

Noch eine Fähigkeit ist im Zusammenhang mit der Pflege einer eigenen Facebook-Präsenz unabdingbar: Gutes Krisen-Management! Denn gerade auf Facebook wird oft und gerne gemeckert. Doch für kleinere Unternehmen ist das auch eine Chance. Zeigt man sich hier kulant und lösungsorientiert, so hat das meist einen positiven Effekt für die Wahrnehmung des Betriebs in der Öffentlichkeit.

Eine weitere Stärke des Facebook Netzwerks sind Werbeanzeigen. Diese können unter dem Menüpunkt „Werbeanzeigen erstellen“ selbst angelegt werden. Der große Vorteil dabei: Da Facebook sehr viel über seine Nutzer weiß, kann die Zielgruppe einer Werbeanzeige sehr genau bestimmt werden. So ist es beispielsweise möglich, eine Werbeanzeige nur bei männlichen Facebook-Mitgliedern im Umkreis von 20 km um einen festgelegten Standort anzuzeigen. Im direkten Vergleich mit Werbung in Lokalzeitungen ist diese Form der Anzeigenschaltung zudem deutlich günstiger.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Erfolgschancen von Kfz-Werkstätten und Autohändlern in punkto Selbstvermarktung noch nie so hoch waren wie durch die flächendeckende Verbreitung von Facebook.