Bei Dieselmotoren, insbesondere im Nutzfahrzeugbereich, ist immer wieder von Abgasnachbehandlung mit AdBlue die Rede. Aber was ist eigentlich AdBlue – und wie senkt der Stoff die Betriebskosten eines Fahrzeugs?

Zunächst einmal ist AdBlue ein Markenname. Die Rechte dazu liegen beim Verband der Automobilindustrie (VDA). In Nordamerika ist die Alternativbezeichnung Diesel Exhaust Fluid (DEF) geläufig, in Brasilien nutzt man den Begriff ARLA32. Außerhalb Europas ist zudem die Bezeichnung AUS32 verbreitet. Die Zahl 32 steht dabei für eine 32,5-prozentige Lösung aus hochreinem Harnstoff, einer ungefährlichen, synthetisch hergestellten Stickstoff-Verbindung, sowie demineralisiertem Wasser.

Dieser Harnstoff kommt im SCR-Katalysator zum Einsatz. SCR steht für „Selective Catalytic Reduction“ – oder zu Deutsch: selektive katalytische Reduktion. Durch sie wird der Ausstoß von umweltschädlichen Stickoxiden (NOx) um etwa 90 % verringert. Genauer werden die Stickoxide durch Einspritzen der wässrigen Harnstofflösung nahezu vollständig in Wasserdampf und atmosphärischen Stickstoff umgewandelt.

Den Automobilherstellern hilft AdBlue bei der Einhaltung bestehender Schadstoffnormen. Neben der Verringerung von Stickoxiden wird auch der Feinstaubausstoß reduziert. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass der Kraftstoffverbrauch um bis zu 5 % gesenkt werden kann. Der Verbrauch von AdBlue entspricht in etwa der eingesparten Dieselmenge. Nur ist AdBlue deutlich günstiger als der benötigte Kraftstoff, wodurch insgesamt Betriebskosten gespart werden.

Für die Verwendung der Harnstofflösung brauchen Dieselfahrzeuge einen speziellen Tank, in den einzig AdBlue eingefüllt werden darf. Unter keinen Umständen sollte das Mittel in den regulären Dieseltank gelangen, da dies zu kapitalen Motorschäden führen kann. Umgekehrt sollte zum Schutz des Systems auch kein Kraftstoff in den AdBlue-Tank gefüllt werden. Um Verwechslungen vorzubeugen, sind der Tankdeckel und auch die Zapfpistolen an Tankstellen aber mit eindeutigen Kennzeichnungen versehen.