Wie zufrieden sind die Menschen mit ihrer persönlichen Mobilität? Das wollte der ADAC genauer wissen und befragte dazu 9.300 Einwohner, Pendler und Besucher der 15 größten deutschen Städte. Jetzt liegen die Ergebnisse der Studie „Mobil in der Stadt“ vor – und zeigen große Unterschiede zwischen Ost und West, aber auch zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern.

Die offensichtlichste Erkenntnis der Umfrage: Im Osten läuft’s. Dresden und Leipzig belegen die ersten beiden Plätze des ADAC-Rankings. Es folgen Hannover, Bremen und München. Die Schlusslichter bilden Berlin, Duisburg und Köln. Demnach scheinen die Menschen in Ostdeutschland – mit Ausnahme der Bundeshauptstadt – zufriedener mit den Mobilitätsbedingungen in ihrer Stadt zu sein als Westdeutsche. Auch wenn nach ÖPNV-Nutzern, Autofahrern und Fußgängern unterschieden wird, sind die Ostmetropolen vorne mit dabei. Nur beim Radverkehr hat Dresden das Nachsehen und landet auf dem 6. Platz.

Unzufriedene Autofahrer

Viele Autofahrer sind vom Verkehr in ihrer Stadt genervt.

Laut ADAC sind Autofahrer besonders unzufrieden mit den Mobilitätsbedingungen. Werden positive und negative Bewertungen miteinander verrechnet, kommen nur Leipzig, Dortmund, Dresden und Bremen auf einen Plus-Wert. Die Schlusslichter bilden die Millionenmetropolen Köln und Berlin sowie Stuttgart. Dass letztgenannte den Kellerplatz einnimmt, ist wenig verwunderlich, vermeldet die schwäbische Hauptstadt doch seit Jahren eine Verkehrs-Hiobsbotschaft nach der nächsten.

Der Studie zufolge stören die Autofahrer vor allem zu hohe Parkgebühren und zu wenige Parkplätze. Aber auch das Verhalten von Radfahrern und schlechtes Baustellenmanagement seitens der Behörden werden kritisiert.

Fußgänger und Radfahrer schätzen direkte Wege

Im Gegensatz zu den Autofahrern sind Radler, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer in allen untersuchten Großstädten grundsätzlich zufrieden mit den Mobilitätsbedingungen. Ob in München oder Essen: Insgesamt überwiegen in jeder Stadt die positiven Bewertungen die negativen. Fußgänger und Radfahrer schätzen besonders die direkten Wege, Bus- und Bahnfahrer vor allem das dichte Haltestellennetz, kurze Wege beim Umsteigen und die enge Taktung – typische Vorteile der Großstädte.

Kritisch sehen die ÖPNV-Nutzer vor allem die aus ihrer Sicht zu hohen Fahrpreise sowie mangelnde Informationen bei Störungen. Den letzten Platz belegt hier Duisburg – und wer einmal am maroden Hauptbahnhof der Ruhrmetropole auf eine Bahn warten musste, der kann auch erahnen, warum. Umgekehrt verwundert es schon, dass Essen bei den Radfahrern im soliden Mittelfeld landet. Bei einer anderen Umfrage zum Thema Fahrradfreundlichkeit erreichte die Stadt nur Platz 29 von 39.

„Luft nach oben“

Viele Städte haben in puncto Mobilität noch Verbesserungsbedarf.

So muss die jüngste ADAC-Umfrage mit der notwendigen Vorsicht genossen werden, aber sie gibt zumindest eine Ahnung davon, welche Mobilitätsgruppe wie gefördert werden sollte. Und sie zeigt grundsätzlich, wie die Situation in deutschen Metropolen aussieht. In den Worten von ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller: „In vielen Großstädten gibt es bei der Zufriedenheit der Bürger mit dem Verkehrsangebot noch viel Luft nach oben.“