Der ADAC ist der größte Automobilclub Europas. Millionen Autofahrer verlassen sich auf die vielfältigen Dienstleistungen der 1903 gegründeten Vereinigung. Die jüngsten Skandale haben das Ansehen des Clubs jedoch beschädigt. Gegenwärtig prüft das Registergericht in München, ob der Automobilclub weiter ein Verein mit den dazu gehörenden Steuervorteilen bleiben kann. Die Vereinsführung bemüht sich, den Status der Gemeinnützigkeit zu erhalten.

Auf der kürzlich durchgeführten ADAC-Hauptversammlung in Lübeck stimmten 84 Prozent der 221 Delegierten einer neuen Organisationsform des Vereins zu. Durch die grundlegende Reform sollen die Probleme der Vergangenheit zukünftig vermieden werden. ADAC-Präsident August Markl sagte, die breite Zustimmung zur angestrebten Neuordnung des Vereins zeige deutlich, dass diese Reform der richtige Weg sei. So könne der ADAC sicher, transparent und zukunftsfähig aufgestellt werden.

Die Reform sieht eine strikte Trennung von wirtschaftlichen Interessen und Vereinsgeschäften vor. Zu diesem Zweck hat der ADAC ein Drei-Säulen-Modell aufgestellt:

I. Die Pannenhilfe sowie die touristische und technische Beratung der 18 Millionen Mitglieder werden in den Verein integriert.

II. Kommerzielle Vorgänge, z.B. Geschäfte mit Versicherungen und Mietwagen, werden in eine Aktiengesellschaft (ADAC SE) überführt.

III. In einer eigenen, neu zu gründenden ADAC-Stiftung sollen die gemeinnützigen Tätigkeiten des Vereins platziert werden. Zu diesen gehören die Stiftung „Gelber Engel“ und die ADAC-Luftrettung.

Die Zustimmung der Delegierten für die Reformvorschläge ist für den ADAC ein entscheidender Schritt. Präsident Markl hat den internen Machtkampf gegen seinen Vorgänger Peter Meyer damit für sich entschieden. Dieser hatte ein Gegengutachten zum neuen Drei-Säulen-Modell ins Gespräch gebracht. Es bleibt zu hoffen, dass der ADAC mit der überfälligen Reform in ruhige Fahrwasser zurückfindet.