Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW ist nun der nächste Hersteller betroffen. Wie kürzlich bekannt wurde, manipuliert der japanische Autobauer Mitsubishi seine Werte bereits seit rund 25 Jahren. Anders als bei VW wurde der Skandal jedoch durch interne Recherchen aufgedeckt, wie Konzernchef Tetsuro Aikawa bereits Mitte April gestand.

Laut den Angaben Mitsubishis wurden interne Ermittler auf Mitarbeiter aufmerksam, die Emissionswerte verschiedener Modelle gefälscht haben sollen. Welches Motiv die Mitarbeiter dabei hatten oder ob sie von ranghöheren Angestellten zu den Manipulationen gezwungen wurden, blieb zunächst unklar. Auslöser für die Ermittlungen waren Untersuchungen, die Handelspartner Nissan eingeleitet hatte, nachdem dort Unstimmigkeiten in den Emissionswerten bei von Mitsubishi gefertigten Modellen festgestellt wurden. Nach dem Eingang entsprechender Meldungen entschied sich Mitsubishi umgehend dazu, selbst einen akribischen Blick auf die Daten zu werfen, wobei die Unstimmigkeiten bestätigt werden konnten.

Welche Konsequenzen den Konzern nun von innerhalb sowie außerhalb erwarten, ist bislang schwer abzuschätzen, da viele Details noch nicht aufgeklärt werden konnten. Aktuell ist die Rede von rund 625.000 betroffenen Modellen. Laut Berichten verschiedener japanischer Zeitungen könnten diese Zahlen jedoch im Laufe der Ermittlungen ansteigen, da Mitsubishi bislang nur von insgesamt vier falsch getesteten Fahrzeugtypen spricht. Zwei davon wurden im Auftrag von Nissan gefertigt und ausgeliefert. Experten gehen anhand der großen Zeitspanne allerdings davon aus, dass weit mehr Modelle betroffen sind, als Mitsubishi bislang eingeräumt hat.

Der wirtschaftliche Schaden zeichnet sich hingegen bereits deutlich ab. Der japanische Branchenverband teilte mit, dass die Absätze im Bereich der Kleinstwagen stark eingebrochen sind. Während Mitsubishi im April einen Rückgang der Verkäufe von etwa 45 Prozent verzeichnete, traf es Nissan noch härter. Um mehr als 50 Prozent sei der Absatz im letzten Monat zurückgegangen. Daneben dürften der Chefetage bei Mitsubishi aber vor allem die Aktienkurse Kopfzerbrechen bereiten. Seit Bekanntwerden der Manipulationen sank der Börsenwert um fast 50 Prozent.